Altes Kino in neuem Glanz
Das Metropol Stuttgart
Kategorie
Denkmal, Sonderbau
Ort
Stuttgart
Fertigstellung
2024
Aufgabe
Lph 1-8
Das Metropol ist ein denkmalgeschütztes Veranstaltungsgebäude im Herzen der Stuttgarter Innenstadt. 1867 wurde es in Stuttgart als Bahnhofsgebäude mit einer kuppelüberwölbten Schalterhalle und fünf repräsentativen Torbögen im Zugangsbereich erbaut. Drei dieser Bögen aus dem 19 Jh. dienen bis heute als Hauptzugang zum Gebäude. Nach dem Neubau des Hauptbahnhofs von Paul Bonatz wurde es 1922-1925 zu einem Lichtspieltheater mit Orchestergraben, Bühnenbereich und 1221 Sitzplätzen. Der Saal besaß zwei Deckenkuppeln, die durch eine Effektbeleuchtung mehrfarbig erstrahlten. Die Brüstung des Balkons war Teil der Stahlbetonkonstruktion und Raumtrennung von Parkett und Empore.
In den Jahren 1948 und 1949 wurde es zum Metropol-Palast mit 1.400 Sitzplätzen umgebaut, die Schäden durch einen Brand in Folge einer Fliegerbombe wurden beseitigt. Die Kuppeln wurden rekonstruiert, jedoch ohne plastischen Schmuck. Effektvolle Beleuchtungen setzten die überwiegend helle Raumschale samt Kuppeln in Szene. Nach einem Besitzerwechsel im Jahr 1960 kam es erneut zu einem Umbau und 1971 zur Aufteilung des Saals in zwei Kinos. Die große Kuppel war abgehängt worden. Bei einem Umbau in den 1990er Jahren verschwand die Brüstung hinter Schallschutzwänden komplett.
Um dem Wunsch der Stuttgarter Denkmalbehörden sowie auch einem Großteil der Bevölkerung nach einer Wiederaufnahme des Kinobetriebes zu entsprechen, war eine grundlegende Sanierung und Modernisierung der Räume notwendig. Die charakteristischen Elemente des ursprünglichen Saals wie die Brüstung der Empore sowie die beiden Deckenkuppeln wurden freigelegt und für Zuschauer wieder erlebbar hergestellt. Trotz der Vorgaben des Denkmalschutzes ursprüngliche Raumstrukturen zu wahren bzw. zu stärken, konnten drei Kinosäle realisiert und den heutigen Anforderungen an Komfort gerecht werden. Derzeit ist eine Erweiterung von zwei kleineren Kinosälen sowie ein Café mit Dachterrasse zur Genehmigung eingereicht.